Igeln helfen – praktische Igelschutz-Tipps für den Garten

10. Oktober 2026 | Naturschutz, Lebensräume, Umweltgifte, Wildbienen, Schmetterlinge

Igel gehören zu den beliebtesten Gartenbesuchern. Doch ihr Lebensraum schrumpft: Aufgeräumte Gärten, dichte Zäune, Pestizide und Mähroboter machen den nachtaktiven Insektenfressern das Leben schwer. Die gute Nachricht: Schon mit kleinen Veränderungen können Sie den Igel im eigenen Garten unterstützen. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Garten igelfreundlich gestalten, welche Gefahren Sie vermeiden sollten und wie Sie Igeln sicher durch den Winter helfen.

Igel im Herbstlaub. Foto: monicore / CC0 1.0 / pixabay.com Herbstzeit ist Igelzeit? Mit einem naturnahen Garten können Sie dem Igel zu jeder Jahreszeit helfen.  (monicore / pixabay.com)

Gefahren für den Igel vermeiden

Igel sind nachtaktive Tiere. Bei Gefahr rollen sie sich zu einer festen Kugel zusammen und bleiben regungslos. Mähroboter stellen deshalb in der Dämmerung oder nachts eine große Gefahr für Igel dar. Auch Laubsauger können die Tiere verletzen. Baugruben, Kellerschächte, Pools und Teiche sollten gesichert oder so gestaltet werden, dass Igel daraus entkommen können.

Gestalten Sie Ihren Garten naturnah und lassen Sie ihn ruhig etwas unaufgeräumt. Igel nutzen Blätter, Gestrüpp und Zweige, um ihre Nester zu isolieren und sich während des Winterschlafs darin einzukuscheln. Je größer der Haufen, desto mehr Material steht für eine gute Wärmedämmung zur Verfügung.

Ist Ihr Garten eingezäunt, sollte am unteren Rand mindestens 10 Zentimeter Bodenfreiheit bestehen oder an jeder Seite eine Öffnung von mindestens 10 mal 10 Zentimeter vorhanden sein. So kann der Igel problemlos hinein- und hinausgelangen.

Gärtnern Sie giftfrei. Verzichten Sie auf Pestizide und locken Sie stattdessen Nützlinge in Ihren Garten.

Unterschlupf und Nistmöglichkeiten für den Igel schaffen

Igel haben oft mehrere Schlaf- und Wohnplätze. Zwischen diesen wechseln sie regelmäßig. Für den Winterschlaf bauen sie sich ein besonders stabiles, kugelförmiges Nest aus Laub und Gras.

  • Sammeln Sie das Laub im Garten und legen Sie daraus einen Haufen an. Stabilisieren Sie diesen Laubhaufen mit Reisig, Stöcken, Steinen und Totholz, damit er nicht auseinanderfällt.
  • Auch eine Mulde unter einer dichten Hecke, Ecken mit Totholz und sogar Hohlräume in Holzstapeln bieten Igeln sichere und trockene Verstecke und Winterquartiere.
  • Igel nutzen auch Komposthaufen gern als Versteck. Deshalb sollten Sie den Kompost zwischen November und März nicht umschichten!
  • Sie können dem Igel auch ein Igelhaus als Winterquartier anbieten. Eine ganz einfache Bauanleitung für ein Igelhaus aus Stein finden Sie hier.

Artenvielfalt im Garten fördern

Igel fressen am liebsten Larven, Raupen, Ohrwürmer und Tausendfüßer. Sie brauchen also einen struktur- und artenreichen Garten mit gesundem Boden, wo sich Schmetterlinge, Käfer und viele andere Tiere wohlfühlen.

  • Insektenfreundliche Pflanzen: Heimische Blühpflanzen mit einfachen, offenen Blüten bieten Insekten viel Pollen und Nektar. Hier finden Sie hilfreiche Listen mit Pflanzen für Wildbienen und Pflanzen für Schmetterlinge.
  • Totholz: Lassen Sie abgestorbene Obstbäume möglichst stehen – sie bieten zahlreichen Lebewesen einen wertvollen Lebensraum und damit Nahrung für den Igel. Auch Schnittgut sollte nicht vollständig gehäckselt werden. Stapeln Sie kleine Äste und Stöcker stattdessen als Totholzhaufen, um zusätzlichen Lebensraum zu schaffen.
  • Nisthilfen: Mit Ohrwurmhäusern und Insektenhotels helfen Sie Insekten dabei, sich im Garten einzunisten. Schaffen Sie außerdem Sandflächen mit Lehmanteil (Sandarien) oder Lehmwände – die meisten Wildbienen nisten im Boden.
  • Gesunde Böden: Damit sich Regenwürmer, Käfer und andere Kleinstlebewesen im Boden wohlfühlen, verzichten Sie bitte auf Mineraldünger und Pestizide. Die chemischen Stoffe zerstören das Bodenleben. Nutzen Sie stattdessen organischen Bio-Dünger, Kompost oder Gründüngung.

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